Monatsarchiv: Mai 2011

Winter – Die vier Jahreszeiten, Vivaldi

Ich habe Musik als Leistungsfach und desöfteren schreiben wir Texte zu Höreindrücken von bestimmten Stücken. Diesmal war „der Winter” dran, ein Teil von Vivaldi’s 4 Jahreszeiten. Das ist meine Geschichte zu diesem Stück:

Eine Wintergeschichte

Sie irrt umher, ihr ist kalt, sie hat nicht einmal eine Jacke.

Nichts als Eis und Schnee, soweit sie blicken kann. Es beginnt zu winden und ein erneuter Kälteschub überkommt sie, langsam macht sich neben der Kälte in ihrem Inneren noch etwas Anderes breit.

Verzweiflung.

Sie ahnt, dass gleich ein Sturm aufkommen wird. Da geht es schon los, Eiskörner und Schneeflocken wirbeln umher, der Regen peitscht ihr ins Gesicht, sie sieht nicht mehr gut und das Eis brennt sich schmerzend in ihre Haut.

Atmen tut weh. Bewegen tut weh. Leben tut weh. Sie sucht nach einem Zufluchtsort, dort, ein paar Meter weiter ist eine kleine windgeschützte Kuhle.

Sie lässt sich dort nieder.

Ihr Geist wird immer benommener, ihr Körper immer gelähmter. Mittlerweile empfindet sie kaum noch etwas, ihre Gedanken form- und farbenlos.

Zu anstrengend.

Mit jeder Sekunde die vergeht, findet sie den Sturm, das tanzende Eis und sogar die Kälte schön. So wild und unbändig.

Während sie so dort sitzt und die Launen der Natur bewundert, merkt sie nicht, wie sie sich immer weiter nach hinten gleiten lässt, bis sie liegt.

Sie schläft ein, ihr letzter Gedanke war die Freude darüber, so etwas schönes erleben zu dürfen.

Sie war glücklich.

(Für diejenigen, die das Stück nicht kennen, hier der Youtube-Link )

Danke.

Der Wunsch nach Besonderem

Es wird mir immer wieder bewusst, wenn ich aus Kinofilmen wie z.B. eben “Thor” herausgehe. Ich bin so am träumen, dass ich mir kaum eine kleine Träne verkneifen kann, weil der Film und seine ganze Fantasie nun zuende sind. Weil ich jetzt wieder in mein eigenes Leben zurückkehren muss, weil ich aufhören muss mitzuträumen und zu fiebern wie es wohl ausgeht. Weil ich mich nicht mehr fallen lassen kann. Weil ich gedanklich nicht mehr in dieser anderen, faszinierenden Welt sein kann. Diese Art von Filmen machen mich glücklich, sei es zum Beispiel “Kampf der Titanen” oder “Prince of Persia – Sand der Zeit”, für mich gehören sie alle in das gleiche Schema. In das Schema der Traumwelten. Welten von anderen, exotisch wirkenden Gottheiten und Kulturen, von der Liebe zwischen Menschen und Göttern, von dem Wunsch Frieden in die eigene Welt zu bringen und sie zu beschützen. Das macht mich glücklich und interessiert mich. Nicht selten sitze ich noch im Kinosaal dort und lese im Internet die historischen Daten nach, nicht weil sie mich nur interessieren, nein weil ich ohne dieses Nachlesen wohl keine Ruhe finden würde.

Ich bin ein Mensch, der sich leicht verliert in so etwas. Und ich denke jeder kennt es, dieses Gefühl, der eine mehr der andere weniger. Aber ich lebe genau für solche Momente, ich denen ich einfach meine körperliche Hülle fallen lasse und mit meinem Geist auf eine Reise gehe.

Danke.